Rosazea
Rosazea ist eine Erkrankung speziell der Gesichtshaut. Hierbei werden vor allem Kinn, Wangen, Nase und Stirn im mittleren Gesichtsdrittel befallen. Es kommt zu einer Entzündung der Gesichtshaut, die in verschiedenen Phasen abläuft und in drei Stadien unterteilt wird. Zunächst besteht eine lokale und hartnäckige Rötung der Haut, die vom Patienten als brennend, stechend und juckend empfunden wird. Im weiteren Verlauf treten Pusteln und Knötchen im Hautniveau hinzu. Bei der voll ausgeprägten Rosazea bilden sich flächige Einlagerungen und es liegt eine ausgeprägte Entzündung der bestehenden Knoten vor. Auf der Nase spricht man hier vom Rhinophym, der sogenannten Knollennase. In ca. 20% der Fälle besteht auch eine Mitbeteiligung der Augen in Form von Lidrandentzündungen, Augentrockenheit und Binde- oder Hornhautentzündungen. Die Erkrankung verläuft aber individuell und muss nicht bei jedem Patienten die volle Ausprägung aufweisen.
Rosazea ist relativ häufig, das heißt schätzungsweise 2-5% der Bevölkerung sind erkrankt. Frauen sind etwas häufiger, aber meist weniger schwer betroffen als Männer. In der Regel ist der Hauttyp hellhäutig, oft rothaarige Menschen mit Sommersprossen, der sogenannte keltische Hauttyp. Der Erkrankungsbeginn liegt zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr und erreicht meist um das fünfzigste Lebensjahr seinen Höhepunkt.
Die eigentliche Ursache der Rosazea ist noch nicht gänzlich geklärt. Es handelt sich um eine Erkrankung der Talgdrüsen. Auch scheint bei der Entstehung der Rosazea eine gestörte Regulationsfunktion der Blutgefäße der Gesichtshaut vorzuliegen. Auch Hautmilben werden als mitverursachende Faktoren diskutiert. Allerdings gibt es einige gesicherte Auslöser für eine Verschlechterung der Symptome. Das sind beispielsweise häufige und intensive Sonnenbäder. Dabei scheinen die im Sonnenlicht enthaltenen UV-B Strahlen bei entsprechender genetischer Prädisposition die übermäßige Ausprägung der Blutgefäße im Gesicht zu fördern. Weiterhin sind starke Temperaturschwankungen, Hitze, Alkohol, Stress und körperliche Anstrengung ursächlich für die Ausprägung der Symptome. Einige Patienten berichten auch über ganz persönliche Faktoren, wie zum Beispiel verschiedene Gewürze oder Kosmetika, die den Verlauf oder die Schwere der Symptomatik ungünstig beeinflussen. Rosazea ist nach dem heutigen Wissensstand nicht heilbar. Mit einer entsprechenden Therapie sind die Krankheitserscheinungen
allerdings meist recht gut beherrschbar.
Rosazeapatienten haben in der Regel eine sehr empfindliche Haut, so dass auch der täglichen Pflege und dem konsequenten Sonnenschutz eine besondere Bedeutung zukommt. Aggressive Methoden zur Reinigung wie Peelings oder Dampfbäder, stark alkoholhaltige oder übermäßig fettige Pflegeprodukte sind tabu. Waschen darf der Rosazeapatient nur mit lauwarmen Wasser, am besten mit seifenfreien, milden Waschsubstanzen. Heißes und eiskaltes Wasser, oder sogar Wechselbäder führen zu einer verstärkten Durchblutung der Haut und damit zu einer verstärkten Rötung.
Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung und kann innerlich sowie äußerlich erfolgen. Eine verantwortungsvolle hautärztliche Betreuung kann mit einer Kombination differenzierter Therapien maßgeblich dazu beitragen, die durch die Rosazea hervorgerufenen Beschwerden deutlich zu lindern.
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