Herpes
Hierbei handelt es sich um Infektionen mit verschiedenartigen Herpesviren, die durch Tröpfchen-Schmierinfektion übertragen werden. Es gibt unterschiedliche Subtypen der Herpeserreger, die bevorzugt verschiedene Körperregionen befallen. Dabei kommt am häufigsten das Herpes simplex Virus 1 vor, welches den Herpes an Lippen und in der Mundhöhle, bekannt als Lippenherpes oder Mundfäule, auslöst. Hierbei stellt die rezidivierende Herpesinfektion, die immer wieder an der selben Stelle auftritt, ein besonderes Problem dar. Das besondere an allen Herpeserregern ist, dass diese Erreger latent und persistierend für immer im Körper verbleiben. Im Latenzstadium "verstecken" sich die Viren im Körper, indem sie in den Nerven des zugehörigen Hautbezirks überleben. Typisch für die Viren der Herpesfamilie ist, dass sie nach einer überstandenen Infektion nicht vollständig aus dem Körper verschwinden. Wenn sie dann "geweckt" bzw. reaktiviert werden (z.B. bei Immunsuppression, Stress, Krankheit, Hormonschwankungen, UV-Strahlung, Abwehrschwäche im Rahmen von Krebserkrankungen), kommt es zu einer weiteren Erkrankung. Die Erkrankung kann auch andere Organbereiche, in schweren Fällen z.B. die Hirnhäute u.a. betreffen.
Ähnliches gilt für die Infektion mit Herpes simplex Virus Typ 2, das den Genitalherpes bedingt. Bei einer Infektion kommt es an den Schleimhäuten der Geschlechtsorgane zu den typischen schmerzhaften Bläschen. Häufig herrscht ein allgemeines Krankheitsgefühl und es kommt zu einem schmerzhaften Anschwellen der Leistenlymphknoten.
Gürtelrose
Ein weiteres Virus der Herpesgruppe ist das Varizella Zoster Virus. Es löst bei einer Erstinfektion die Kinderkrankheit Windpocken aus. Die Viren überdauern aber ebenfalls in den Nerven des Körpers und können in besonderen Situationen dann erneut zu einem Ausbruch, in diesem Fall der sogenannten Gürtelrose führen. Der Name rührt vom gürtelförmigen, meist aber einseitigen Bläschenausschlag am Körperstamm her. Aber auch andere Körperregionen können betroffen sein. Problematisch ist eine Gürtelrose vor allem im Kopf- und Halsbereich. Das Auge kann dabei auch mitbetroffen sein.
Die dem Ausschlag oft tagelang vorrausgehenden Schmerzen sind oft der Anlass für Fehldiagnosen wie Hexenschuss oder Bindehautentzündung. Dabei ist die frühzeitige Therapie mit Virustatika für den Behandlungserfolg entscheidend. Der Krankheitsverlauf lässt sich dabei deutlich durch eine effiziente Therapie abkürzen. Diese ist vor allem dann von entscheidender Bedeutung, wenn mit einem komplizierten und langwierigen Verlauf zu rechnen ist. Gefährdet sind hier vor allem Patienten die chronisch krank sind, wie zum Beispiel Diabetiker oder Krebspatienten, außerdem Patienten mit ausgedehnten und chronischen Hauterkrankungen (Schuppenflechte oder Neurodermitis), alte Menschen oder Erkrankte mit ausgeprägter Gürtelrose oder mit Gürtelrose im Kopf- und Halsbereich.
Ein weiteres erhebliches Problem stellen nach einer akuten Infektion fortbestehende Schmerzen und Missempfindungen im betroffenen Bereich dar. Diese Schmerzen sind meist sehr langwierig und belastend, da sie schwer behandelbar sind.
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