Gutartige Hauttumore
Zyste
Das Auftreten von tastbaren Knoten unter der Haut beunruhigt die meisten Patienten stark. Man geht davon aus, dass es sich um Tumore handelt, die eventuell erste Anzeichen für eine Krebserkrankung sein könnten. Bevorzugt fallen dabei am Kopf, im Gesicht oder am Körperstamm kugelförmige, verschiebliche Knoten auf. Am Kopf bemerkt man diese häufig, weil sie beim Kämmen stören. In den meisten Fällen handelt es sich aber hierbei um harmlose Zysten in der Kopfhaut, sogenannte Atherome. Falls sie als sehr störend empfunden werden oder groß sind, sollten sie mitsamt der Zystenwand operativ entfernt werden. Es ist nicht ausreichend den Zysteninhalt zu entleeren, da sich die Zyste dann erneut füllen würde und erneut ein Knoten entstehen würde.
Lipom
Am Körper und an den Armen und Beinen finden sich manchmal längliche oder runde, meist weiche verschiebliche Knoten unter der Haut, die langsam wachsen. Hierbei handelt es sich ebenfalls häufig um gutartige Tumore der Unterhaut, die Lipome. Allerdings werden alle Gewebe, die operativ entfernt werden, zur Sicherheit des Patienten immer unter dem Mikroskop auf eventuelle Bösartigkeit untersucht.
Fibrom, Stielwarze
Fibrome sind kleine oder größere, meist hautfarbene Knötchen oder stielförmige Wärzchen, die an Hals, Achselhöhlen, Decolleté, Leisten und anderen Körperstellen entstehen. Im Volksmund werden sie oft Stielwarzen genannt, es handelt sich jedoch nicht um Warzen im eigentlichen Sinn. Fibrome sind weder gefährlich noch ansteckend und entarten nicht bösartig. Allerdings können sie sich entzünden. Falls der Stiel sich dreht, kann es sogar zum Schwarzwerden und entzündlichen Absterben der Knötchen kommen. Außerdem können Fibrome sehr stören, wenn sie sich beim Schwitzen unter den Achselhöhlen entzünden oder auch in Halsketten verfangen.
Von einer Selbstbehandlung ist abzuraten, da Stielwarzen im Inneren fast immer ein größeres Blutgefäss enthalten, das beim Abreißen oder Abschneiden stark bluten kann. Die hautärztlich-chirurgische Entfernung ist nahezu schmerzlos, und ein Wiederwachsen (Rezidiv) ist fast ausgeschlossen.
Angiom, seniles Angiom
Blutschwämmchen, Gefäßmal, Feuermal
Im Volksmund nennt man gutartige Erweiterungen und Wucherungen von kleinen Hautgefäßen auch "Blutschwamm" bzw. "Blutschwämmchen". Diese teils flächigen Gefäßnetze oder blutroten Hautknötchen heißen medizinisch Hämangiom oder Angiom. Sie entstehen, wenn durch eine Art genetische "Fehlprogrammierung" Blutgefäße wachsen.
Eine sehr häufige und harmlose Variante eines Blutschwamms ist das sogenannte senile Angiom. Mit zunehmendem Lebensalter finden sich dabei stecknadelkopfgrosse bis erbsgrosse hell- oder dunkelrote, runde Kügelchen in oder auf der Haut. Es handelt sich um knopfartig erweitere Blutgefässe, die völlig harmlos sind. Sie lassen sich schnell und problemlos beseitigen. Feuermale der Haut dagegen sind meist schon bei der Geburt vorhanden.
Der medizinische Ausdruck für Feuermal ist "Nävus flammeus". Diese scharf abgegrenzten, teilweise "flammenartigen" Rötungen der Haut wachsen langsam mit dem Körperwachstum mit.
Große Blutschwämme und Feuermale können leider unbehandelt zu massiven äußerlichen Entstellungen und inneren Organschäden führen.
Blutschwämme können manchmal auch von selbst abheilen. Nicht selten bleibt statt des Blutschwamms eine Narbe zurück. Im schlimmsten Fall bleibt ohne Behandlung ein entstellender roter Knoten. Auch Feuermale können spontan abblassen, vergehen aber so gut wie nie komplett. Beim Entstehen roter Flecken sollte jeder Säugling innerhalb von 3 Tagen von einem Hautarzt oder Kinderarzt begutachtet werden.
Hautärzte, Kinderärzte und Chirurgen sind sich heutzutage darüber einig, dass man bestimmte Blutschwämme möglichst schnell behandeln sollte. Der richtige Zeitpunkt dazu liegt bei Säuglingen in der frühen Wachstumsphase. Bei Blutschwämmen am Körper kann allerdings auch abgewartet werden. Ein Blutschwamm im Gesicht sollte hingegen wie ein Notfall innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen therapiert werden.
Je nach Art, Lage und Wachstum des Hämangioms stehen verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung: Kryotherapie (Vereisung), Laserbehandlung Operation und/oder Bestrahlung.
Seborrhoische Keratose
Seborrhoische Warze, Verruca seborrhoica, Verruca senilis, Alterswarze
Die seborrhoische Keratose ist der häufigste gutartige Tumor der Haut. Seborrhoische Keratosen entwickeln sich meist in der zweiten Lebenshälfte und nehmen im Alter zahlenmäßig zu (daher "Alterswarze"). Genetische Faktoren können dabei eine Rolle spielen, wie viele und wie früh oder spät ein Mensch seborrhoische Keratosen entwickelt.
Bei störenden seborrhoischen Keratosen können diese mit verschiedenen Verfahren entfernt werden: operatives Abtragen mit einem scharfen Löffel, Vereisen (Kryotherapie) oder Laser.
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