Erkrankungen der Fingernägel und Fußnägel
Veränderungen an den Finger- und Fußnägeln kommen im Rahmen vieler Grunderkrankungen vor. Bei einer Reihe von Hauterkrankungen spielen Veränderungen an den Nägeln ebenfalls eine Rolle. Schließlich können Veränderungen an den Nägeln aber auch Ausdruck von Mangelernährung oder Vergiftungen sein oder einfach isoliert bestehen.
Man unterscheidet zunächst nach Art und Form der Wölbung in konkave und konvexe Nagelverkrümmungen. Weiterhin kommen Quer- und Längsrillen innerhalb der Nagelplatte vor. Die Querstreifen im Nagel stellen sich als erhabene, helle und streifige Querbänder dar und werden auch Mees-Streifen genannt. Bei stärkerer Ausprägung entstehen regelrechte Rillen im Nagel, die dann Beau-Reil-Furchen heißen. Diese Erscheinungen werden bei Patienten mit schweren chronischen Krankheiten, wie zum Beispiel Hepatitis oder nach der Einnahme von toxischen Substanzen bzw. in der Krebstherapie verabreichten Zytostatika beobachtet.
Schließlich gibt es zahlreiche Verfärbungen des Nagels. Die Leukonychie ist die häufigste Farbveränderung der Nägel. Hier entstehen aufgrund einer gestörten Verhornung innerhalb des Nagelgewebes weißliche Flecken. Tritt sie nur vereinzelt auf, ist sie als bedeutungslos einzustufen. Das Auftreten dieser Verfärbung an allen Nägeln ist gelegentlich die Folge von fieberhaften Infektionen oder Vergiftungen. Gelblich verfärbt sind die Nägel häufig im Rahmen einer Schuppenflechte oder bei Nagelpilz. Bräunlich und schwarze Verfärbung der Nägel sind meist Folge einer Verletzung mit Einblutung unter den Nagel. Bei längerem Bestehen oder Übergreifen der Verfärbung auf den Nagelfalz kann es sich auch um ein Melanom handeln. Als Half-and-half-Nails bezeichnet man Nägel, die im dem Finger zugewandten Teil weißlich, am freien Ende rötlich-braun verfärbt sind. Solche Nägel finden sich gelegentlich bei Dialysepatienten bzw. schwer Nierenkranken.
Anhand der Nagelform kann man auch Rückschlüsse auf Mangelerscheinungen ziehen, die dann mittels einer Blutentnahme verifiziert werden können. So verändern sich die Nägel bei Eisenmangel häufig im Sinne von Hohl- oder Löffelnägeln. Auch bei Zink oder Selenmangel zeigen sich Nagelveränderungen.
Ein häufiges Problem stellen auch brüchige Nägel dar. Hier ist die Ursache meist ein zu starkes Austrocknen der Nägel zum Beispiel durch Nagellackentferner. Bei der Aufspaltung der Nagelplatte in zwei Schichten, der sogenannten Onychoschisis hilft oft ein Kurzhalten der Nägel und das Auftragen von Harnstoff haltigen Pflegeprodukten.
Eingewachsene Nägel stellen ebenfalls ein Problem dar. Das Einwachsen der Nägel in die seitlich angrenzende Haut ist nicht nur sehr schmerzhaft, sondern birgt auch die Gefahr der Nagelbettentzündung (Panaritium) oder der Nagelfalzentzündung (Paronychie). Manchmal sind auch kleine Einrisse, wie sie beim Pediküren, Maniküren oder aber durch ekzessives Daumenlutschen oder Nägelkauen entstehen ursächlich für die Entzündungen. Hierbei entsteht eine Eiterung, die sich den Weg des geringsten Widerstandes sucht und daher aufgrund der meist derben Haut an Fingern und Füßen gerne in die Tiefe wandert. Dabei besteht die Gefahr, dass das Panaritium bzw. die Paronychie auf den angrenzenden Knochen übergreift. Eine schnelle chirurgische Eröffnung des entzündeten Nagelbetts beseitigt also nicht nur die Schmerzen, sondern trägt auch dazu bei Komplikationen zu vermeiden.
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